Die Geschichte

Eiðfaxi wurde im Jahr 1977 gegründet. Die erste Zeitschrift erschien im Juli des gleichen Jahres. Geschäftsführender Direktor war Gísli B. Björnsson, Redakteur und Verantwortlicher Sigurjón Valdimarsson und um Layout und das Cover kümmerte sich Pétur Behrens. Die Redaktion bestand aus Sigurður Haraldsson, Pétur Behrens, Árni Þórðarson, Sigurbjörn Bárðarson und Þorvaldur Árnason. Als Fotografen arbeiteten Gísli und Sigurjón und das Maschineschreiben übernahm Sigurveig Stefánsdóttir.

Hier folgt nun die Geschichte des Pferdes Eiðfaxi und wie es dazu kam, die Zeitschrift nach ihm zu benennen:

„Eiðfaxi hieß er, Sohn von Fluga und Sinir. Das erste Pferd, welches in der isländischen Geschichte vorkommt, erzeugt und geboren auf isländischem Boden. Er erlangte in Island sowie im Ausland große Berühmtheit  wegen seiner außerordentlichen Leistungen als ausgewachsenes Tier und auch aufgrund seiner Zeugung und Geburt. Diese Geschichte beginnt am Anfang der Landnahmezeit, als ein Schiff, welches, so wie damals üblich, dem Tiertransport diente, nach Island kam und im Skagafjörður anlegte. Das Abladen der Pferde vom Schiff ging so schlecht von statten, daß eines der Pferde den Entladern entwischte und im Wald Brimnesskogar verschwand. Der junge Bauer Þórir (Spitzname Taubennase) aus dem Skagafjörður, der ein Freigelassener Leibeigener von Öxna-Þórir war, kaufte die verschwundene Stute und nannte sie, als er sie schließlich fand, Fluga. Fluga ist das einzige nach Island importierte Pferd, welches in der Saga namentlich erwähnte wurde.


Einige Sommer danach geschah es, dass Þórir sich zusammen mit weiteren Leuten aus dem Skagafjörður auf den Weg Kjölur in den Süden begab.  Auf ihrem Weg trafen sie einen Reisenden, der sich ihnen als Örn vorstellte und sie meinten, in ihm den sogenannten Örn Landstreicher zu erkennen. Er hatte insgesamt sehr gute Pferde dabei und doch fiel eines unter ihnen besonders auf. Es trug den Namen Sinir. Þórir und Örn begutachteten jeweils die Pferde ihres Gegenübers, so wie es unter Pferdeleuten üblich war. Ob nun ihr Gespräch von kurzer oder langer Dauer war, ist nicht mehr bekannt, es endete aber damit, daß sie beschlossen auszuprobieren, ob Fluga oder Sinir schneller Rennpaß laufen konnte. Ihr Rennen endete so, daß der Schnelligkeitsunterschied von Fluga und Sinir so groß war, daß Örn, als er gerade die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatte, Þórir und Fluga auf ihrem Rückweg begegnete. Es wird nicht bezweifelt, daß beide Pferde wirklich ihr Bestes gaben.


Das Rennen war aber nicht das einzige Zusammenkommen der beiden Pferde, denn es wird berichtet, daß die Stute Fluga von diesem Frühlingstreffen nicht alleine aufbrach, sondern im nächsten Sommer ein Hengstfohlen bei Fuß führte, welches viele Merkmale von Sinir trug und den Namen Eiðfaxi bekam.


Eiðfaxi wurde später als königliches Geschenk nach Norwegen versand und erlangte dort unsterbliche Berühmtheit, von der an dieser Stelle jedoch nicht weiter berichtet werden soll.


Die Mitarbeiter der Zeitschrift Eiðfaxi, die hier nun ihre Reise beginnt, sind der Meinung, daß sie den Namen dieses Pferdes, welches den isländischen Gæðingur weithin so bekannt gemacht hat, sehr passend trägt.


Die Geschichte seiner Eltern erinnert auf denkwürdige Weise daran, daß sich in Island niemals hohes Ansehen oder der Inhalt der Geldbörse darauf ausgewirkt hat, wie das Reitpferd sich verhielt oder unter dem Reiter zeigte.“

Eiðfaxi, 1.Ausg. Juli 1977.